Schwarmbörse
Schwarmbörse

Imkern mit dem Schwarmtrieb

Zur Zucht und Vermehrung bietet sich in der artgerechten Bienenhaltung bei Auftreten von Schwarmstimmung vor allem die Vermehrung über den Schwarmtrieb an. Es gibt keinen bienengerechteren und natürlicheren Weg, auch wenn die herkömmlichen Methoden zumindest kurzfristig betrachtet gut funktionieren.

Vor allem Naturschwärme, aber auch aus der Schwarmstimmung heraus gebildete vorweggenommene Vor- und Nachschwärme haben die besten Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung. Der Schwarmvorgang wird häufig als ein Heilungsprozess bezeichnet. Beim Auszug aus dem Muttervolk lassen die Schwarmbienen nicht nur fast alle Krankheitserreger, sondern auch den allergrößten Teil der Varroamilben zurück. So können sie sich in der neuen Bienenwohnung am besten im Naturwabenbau eine hervorragende Grundlage für die nächsten Jahre schaffen.

Am natürlichsten ist es, den Schwarm ausziehen zu lassen und dann zu „ernten“. Das ist zudem die Methode, die Biene wie Imker am meisten Freude bereitet. Dazu sollte man aber regelmäßig auf Schwarmsuche gehen können: Imkern mit Naturschwärmen

Eine Alternative dazu ist die einfache und zuverlässige Methode der Schwarmvorwegnahme (nur im Mobilbau möglich).

Üblicherweise stellt man Schwärme und Ableger an einen anderen Standort außerhalb des Flugkreises. So bleiben in jedem Fall alle Bienen erhalten, außerdem findet keine Reinvasion mit Varroa-Milben statt. Schwärme und vorweggenommene Schwärme können aber auch am gleichen Standort aufgestellt werden, sie geben die Orientierung zum Muttervolk weitgehend auf, vor allem wenn man mit der Bildung der neuen Einheiten nahe an den „geplanten“ Auszug des Vorschwarms herangekommen war.

Bei den genannten Verfahren entsteht eine Brutpause, die zu einer Varroabehandlung genutzt werden kann. Zu dem Zeitpunkt, an dem die letzte Brut geschlüpft ist bzw. bevor die erste neue Brut verdeckelt wird, kann mit Milchsäure oder Oxalsäure behandelt werden.

Wichtig für den Aufbau der jungen Völker – unabhängig davon, ob Naturschwärme oder vorweggenommene Schwärme – ist der kontinuierliche Futterstrom. Nur wer absolut sicher ist, dass die Natur ausreichend Nektar liefert, kann auf die Fütterung verzichten. Ansonsten empfiehlt es sich, Schwärmen eine Startfütterung von ca. 5 Liter (Honig-)Zuckerlösung zu füttern und nach ein bis zwei Wochen noch mal nachzufüttern. Sehr günstig ist die Gabe von Futterteig zur freien Aufnahme über die ganze Saison hinweg. So reißt der Futterstrom niemals ab und die Völker bleiben in Aufwärtsentwicklung. Ab und zu eine Flüssigfuttergabe dazwischen ermöglicht es, dass die Völker ihren Wintervorrat anlegen können, ohne dass eine massive Einfütterung im August/September erforderlich wäre. Dies ist die schonendste Einfütterung für neue Völker.

Eine hervorragende Grundlage für die nächste Bienensaison ist somit geschaffen.

Utto Baumgartner


Mellifera e.V.